Klassische Flaschengärung ist die zweite Gärung,  die für die Erzeugung von Sekt der Spitzenklasse verantwortlich ist!

Das Besondere bei der hier angewendeten Methode, der klassischen Flaschengärung, die früher auch als »Methode Champenoise« bekannt gemacht wurde, ist die Tatsache, dass der Wein vom ersten Füllen über die zweite Gärung, die Dosierung vor dem Versand, bis zum Öffnen beim Verbraucher immer in der selben Flasche verbleibt. Dies bedeutet auch, dass die Hefen aus den Flaschen herausgeholt werden müssen. Der Sekt aber muss bei diesem Vorgang aber in den Flaschen bleiben.
Verschluss der Sektflaschen mit Kronkorken. Wie Moselsekt gemacht wird.

Die Sektflaschen werden für die Flaschengärung zunächst mit Kronkorken verschlossen. So werden auch die meisten Winzersekte verarbeitet.

Diese Methode wird heute noch – wie vor 300 Jahren – angewendet. Nur der Saft besonders ausgesuchter Qualitäten (gesundes Lesegut, optimale Säure- und Zuckerwerte) werden zu Wein vergoren. Dem fertigen Wein wird die Tirage und die Hefe zugegeben. Dann wird er in die Sektflaschen abgefüllt. Dabei werden die Flaschen interessanterweise zunächst mit einem Kronenkorken versehen.
Abfüllung des Mosel-Sekt in Flaschen. Winzersekt wird gefüllt.

Bei der Flaschengärung muss der Sekt vom Abfüllen bis zur Fertigstellung in der selben Flasche bleiben. Der Sekt zeigt sich hier noch hefetrüb.

Bei der anschließenden zweiten Gärung, der klassischen Flaschengärung, entwickelt sich in der Flasche durch die Gärung Kohlensäure, die im Wein gebunden bleibt. Gleichzeitig baut sich ein großer Druck in der Flasche auf. Dieser Druck ist messbar!
Sektflasche mit Manometer.

Bei der Flaschengärung entsteht ein Druck von sechs bis acht Bar in der Flasche.

Die Mindestlagerzeit beträgt bei diesem Verfahren 9 Monate. Danach werden die Flaschen auf Rüttelpulte gesteckt und etwa 35 bis 40 Tage lang mehrmals täglich gerüttelt, bis sich die bei der zweiten Gärung abgesetzte Hefe in den Flaschenhals bewegt hat.
Der Winzersekt wird am Rüttelpult gedreht.

Die Sektflaschen werden vorsichtig auf dem Rüttelpult gedreht.

Nach dem Rüttelprozess liegt die Hefe am Ausgang der Flasche. Sie soll hinaus, doch der Sekt muss in der Flasche verbleiben – und das alles bei einem Druckniveau von sechs bis acht Bar!
Hefe unten am Kronkorken. Typisch für Winzersekt von der Mosel.

Die Hefe hat sich allmählich im Flaschenhals abgesetzt und muss nun entfernt werden.

Jetzt erfolgt das Degorgieren (Enthefen). Das heißt, dass die Flaschen einzeln, nach einem speziellen Verfahren, geöffnet werden. Die Hefe wird durch den bei der Gärung entstandenen Gasdruck herausgeschleudert. Diesen Prozess zu erleben, wird auch Sie begeistern. Nehmen Sie mit uns Kontakt per E-Mail auf und vereinbaren Sie mit uns eine Führung durch den Keller! Dieser Programmpunkt ist gut kombinierbar mit einer Schifffahrt nach Bernkastel.
Die Hefe wird beim Enthefen durch den hohen Flaschendruck herausgeschleudert. Das ist sehr typisch für Winzersekte und Moselsekt.

Der Moment des Degorgierens. (Enthefen) An der Mosel erleben!

Dieses Spezialwerkzeug wird benutzt um beim Enthefen die Kronenkorken von den Sektflaschen zu nehmen. Das Werkzeug stammt aus der Champagne.
Dieses Spezialwerkzeug wird zum Enthefen benutzt und wird auch bei der Champagnerherstellung verwendet.

Degorgierhaken zum Enthefen

Der in der Flasche verbleibende blanke Sekt wird mit dem Versandlikör aufgefüllt und damit auf die gewünschte Geschmacksrichtung gebracht.

Sekt wird mit Versandlikör aufgefüllt. Brut Sekt erhalten nur wenig Dosage.

Dosierung des Versandlikörs. In der Sektmanufaktur Dirk Kessler wird alles anschaulich erklärt.

Dann endlich wird die Flasche mit einem Naturkorken verschlossen, um beim Öffnen durch den Sektfreund diesen wunderbaren Inhalt mit einem kräftigen »Plopp« wieder zum Genießen frei zu geben. Ob Riesling, Chardonnay, Weißburgunder oder Rotling, die Sektfreunde werden zufrieden sein können.
Sektflasche mit Korken und Agraffe. Moselsekt einmal anders erleben!

Die Agraffe hält den Korken sicher auf der Flasche. Der Moselsekt ist fast fertig …